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THEMA: Wenn Rohstoffe steigen, dann „fallen“ Sparbücher!
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#4
Wenn Rohstoffe steigen, dann „fallen“ Sparbücher! 28.07.2009 15:28  
Wenn Rohstoffe steigen, dann „fallen“ Sparbücher!

Die meisten konservativen Anleger halten immer noch Anlageformen wie Sparbuch, Festgeld und Terminspareinlagen für eine gute Altersvorsorge. Auch das Bargeld im heimischen Tresor kommt immer mehr in Mode, da die Banken einerseits immer weniger Zinsen auf die Einlagen der Kunden zahlen und andererseits die Bonität so mancher Bank bezweifelt werden darf. Seit Anfang 2009 erlebt die Tresor-Branche einen ungeahnten Boom.

Trotzdem legen die Bundesbürger durchschnittlich 170 Euro monatlich zurück – knapp elf Prozent ihres verfügbaren Einkommens. Dabei vergessen Sie aber allzu gern, dass diese Form des Sparens in Geldwerten recht riskant sein kann. Hyperinflation und Währungsreform, wie in den Jahren 1923 und 1948, haben gezeigt, was eine Altersvorsorge nur in Geldwerten bedeuten kann.

Um sein Geldvermögen richtig anzulegen, sollte man erst mal den Unterschied zwischen Geldwerten, d.h. Spar- , Festgeldern sowie Bargeld und Sachwerten, d.h. Rohstoffe, Immobilien und Edelmetallen herausarbeiten. Ähnlich, wie eine gesunde Ernährung, nicht nur aus Brot und Wasser bestehen kann, sollte Ihre Geldanlage vitaminreicher werden, Obst und Gemüse darf sozusagen nicht fehlen.

Ein Sparbuch verkörpert nur einen Rückzahlungsanspruch in Geld, ob die Bank diesen in Zukunft erfüllen kann, und ob sie dann noch etwas für Ihr Geld erhalten, hängt ganz entscheidend von der Akzeptanz des Geldwertes ab. Für Ihren Auszahlungsbetrag werden Sie in Zukunft aber sicherlich noch weniger Waren und Dienstleistungen erhalten als heute. Anders formuliert, das Leben wird teurer und in einem inflationären Umfeld ist Geld als Wertspeicher mehr als nur ungünstig.

Der Grund für diese inflationäre Entwicklung ist längst gelegt und heißt Geldmengenausdehnung, auch „quantitative easing“ genannt. Ein anschauliches Lehrvideo findet sich dazu unter dem Link:

Im Grunde wird diese Geldmengenausdehnung gemeinsam durch die Notenbanken und die Geschäftsbanken durchgeführt. Diese versuchen vermeintlich „potenten“ Schuldnern bei der Ausweitung ihrer Kreditlinien behilflich zu sein. Die ständig wachsenden Staatsdefizite in Form der bekannten Neuverschuldung stellen dabei beliebte Verfahren zur Geldmengenausdehnung dar. Denn jeder neue Kredit bedeutet mehr Geld im Kreislauf. Diese Geldmengenausdehnung ist deswegen so gefährlich für den Geldwert (Kaufkraft), weil diesen neuen Geldmengen keine neuen Güter und Waren gegenüber stehen. Dem Geld fehlt die Deckung und somit der Wert, denn jetzt konkurrieren höhere Geldmengen um einen gleich gebliebenen Bestand an Waren.
Solange Sie in Geld sparen, können Sie durch diese Inflationierung der Geldmenge zusätzlich besteuert werden, ja sogar langfristig faktisch enteignet werden. Die Hyperinflation aus dem Jahre 1923 ist in nur neun Monaten „durchgelaufen“, was so eine beschleunigte Geldwertvernichtung für Ihre Fest- und sonstigen Spargelder bedeutet kann, dürfte nun klar geworden sein. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch immer an Ihr Sparbuch denken, denn bei Beträgen über 3.000,00 Euro gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten – wertvolle Zeit !

Steigen Sie deshalb spätestens jetzt um, und legen Sie zumindest einen Teil Ihres Geldvermögens in Sachwerten an.

Die Preiseinbrüche im Rohstoffsektor scheinen angesichts der Erweiterung der Geldmengen durch die Notenbanken vorerst vorbei, die neu geschöpften Geldmengen haben den Verfall der Vermögenswerte gestoppt, jedenfalls signalisieren die Weltleitbörsen seit Wochen eine positive Tendenz. Flankiert werden diese Anstiege am Aktienmarkt durch entsprechende Preissteigerungen bei den Rohstoffmärkten. Diese Tendenz wird weiter Bestand haben, da auf der anderen Seite sinkende Zinsen (der Preis für Geld) keine Anreize für Sparer bieten.

Das Blut der Industrie, der Ölpreis, ist kurz vor der 70 US-Dollar Marke pro Barrel Öl (Fass von 159 Litern), noch vor Monaten stand der Preis weit unter 40 Dollar pro Barrel. Auch die Schmuckindustrie kommt nicht mehr billig an den Rohstoff aus dem die Träume sind, das Gold. Es wird nicht vor der 1.000 US-Dollar Marke pro Unze (eine Unze = 31,105 g) stoppen. Allein diese beiden Rohstoffe, als Vertreter ihrer Zunft, weisen die Richtung, in die es für Rohstoffe gehen wird.

Somit müssen Sie zukünftig mehr Geld auf den Tisch legen, um Schmuck für die Ehefrau zu kaufen oder einfach nur den Tank voll zu machen. Auch die Lebensmittelpreise fallen nicht mehr, im Gegenteil Sie werden wieder anziehen, da die Beschaffungskosten und Transportkosten über kurz oder lang auf die Preise umgelegt werden müssen.

Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) bestätigt diese Entwicklung, dass der starke Rückgang der Rohstoffpreise von den Extremniveaus Mitte des vergangenen Jahres, der vor allem auf die wesentliche Verschlechterung der Weltkonjunktur zurückgeht, um die Jahreswende zu Ende ging. Etliche Rohstoffpreise haben vermutlich im ersten Quartal dieses Jahres (2009) ihren Tiefpunkt erreicht, so das Institut aus Kiel.

Auch außerhalb Deutschlands zeigt sich schon seit Jahren eindrucksvoll, dass nahezu das gesamte Wachstum der Rohstoffnachfrage, insbesondere bei Erdöl und Metallen, in einer Handvoll aufstrebender Volkswirtschaften, wie z.B. der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) geschaffen wird. Rohstoffe sind damit eine interessante Anlageklasse, um der Inflationssteuer auf Geldwerte zu entgehen. Die weltweite Nachfrage nach Rohstoffen wird, selbst wenn Deutschland nicht mehr Exportweltmeister sein sollte, kontinuierlich steigen, dafür wird auch das exponentielle Bevölkerungswachstum und die begrenzten Ressourcen so mancher aufstrebender Volkswirtschaften sorgen. Auch die Infrastrukturprojekte in den Entwicklungsländern werden die Preise nachhaltig stützen.

Aus den BRIC-Staaten hat China in den vergangenen Monaten auch auffällig viele Rohstoffe auf allen Kontinenten aufgekauft: so z.B. Öl in Südamerika, Erz in Australien und auch Gold in Afrika. Für die eigene Industrie braucht China solche Rohstoffmengen derzeit nicht, die Produktion ist durch die Weltrezession auch in Asien massiv eingebrochen. Finanzmarktbeobachter vermuten daher eine Flucht aus den Staatsanleihen und rein in reale Werte.

Fazit:
Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Chinesen, diese haben bereits angefangen ihre Währungsreserven, also „Geldwerte“, umzuschichten, nämlich in „Sachwerte“, weil auch sie wissen, dass die Preise nicht sinken werden, wenn man die Geldmengen stetig ungedeckt erhöht. Deshalb kann man Ihnen nur raten, wenn Sie nicht schon tätig gewesen sind, zumindest mal Ihren Öl-Tank im Keller zu befüllen. Sollte dann noch genügend „Geldwerte“ übrig bleiben, ja dann legen Sie sich Sachwerte zu, die man nicht durch „drucken“ vervielfältigen kann. Und wenn Sie ein Mann sind, schenken Sie Ihrer Frau mal eine neue goldene Halskette, möglichst mit hohem Feingehalt!

-Ende-
Praktikant
Fresh Boarder
Beiträge: 7
graph
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Letzte Änderung: 31.07.2009 13:04 von Praktikant.
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