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Heilberufe-Recht - Rechtsanwalt Uwe Martens, Frankfurt
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Warum darf ein Anwalt steuerberatend tätig sein?

Das Jura-Studium ist grundsätzlich ein umfassendes Studium des Rechts, also auch und einschließlich des Steuerrechts. Natürlich können die Schwerpunkte im Studium unterschiedlich ausfallen. Auch von Bundesland zu Bundesland werden in der universitären Ausbildung der Anwälte unterschiedliche Fachgebiete hervorgehoben. Nicht jeder Rechtsanwalt hat demzufolge zwingend Kenntnis von Steuerrecht. Er kann sich im Steuerrecht auskennen, muß es aber nicht. Hat ein Anwalt sein zweites Staatsexamen etwa in Bayern abgelegt, mußte er im Rahmen seiner Ausbildung Steuerrecht lernen und wurde hierin auch im Examen geprüft. In Hessen ist das z. B. nicht vorgeschrieben. Im Gegensatz zur Ausbildung der Steuerberater hat ein Anwalt mit der Ausrichtung auf das Steuerrecht aufgrund seiner juristischen Ausbildung eine umfassende Kenntnis von Rechtsbehelfen und Klageverfahren.

Ist die Beratung bei einem Anwalt in Steuerfragen teurer als bei einem Steuerberater?

Wenn es um steuerberatende Tätigkeiten geht, ist der Rechtsanwalt an die Berufsordnung der steuerberatenden Berufe gebunden. Das heißt insbesondere, daß der Anwalt sich auch in Bezug auf seine Abrechnung an die Steuerberatergebührenverordnung (StBGebV) halten muß oder im Fall eines Abweichens von der StBGebV eine schriftliche Vergütungsvereinbarung mit dem Mandanten zu schließen hat. So kann etwa der steuerberatende Anwalt die Buchhaltungsarbeiten grundsätzlich nicht nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz abrechnen.

Welche Kosten entstehen für die anwaltliche Beratung in Rechtsfragen zum Medizinrecht oder zum Recht der Heilberufe?

Grundsätzlich berechnet der Anwalt seine Kosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Hierbei ist maßgeblicher Ausgangspunkt der Gegenstands- oder Streitwert, aus dem sich die einzelnen Gebühren herleiten. Lassen Sie sich auf jeden Fall vor jeder Tätigkeit des Anwalts über die Kosten aufklären! Im Prinzip fördert auch das RVG die Verständigung zwischen Anwalt und Mandant in Bezug auf die Kostenfrage. Beide können eine Vereinbarung über die Kosten treffen. Üblich sind hierbei Vereinbarungen über eine Pauschale für einen überschaubaren Arbeitsaufwand oder über eine Zeitvergütung auf Stundenbasis bei weniger leicht abschätzbaren Angelegenheiten.

In welcher Höhe bewegen sich die Stundensätze bei der anwaltlichen Beratung?

Soweit diesseits bekannt, belaufen sich in Frankfurt die durchschnittlichen Stundensätze der Anwälte mit Spezialisierung auf 160,00 EUR bis 500,00 EUR. Die Stundensätze der Anwälte in Würzburg bewegen sich - soweit diesseits ersichtlich - zwischen 150,00 EUR und 300,00 EUR. Es können jeweils auch höhere Stundensätze vorkommen. Bitte beachten Sie: Allein die Höhe der Stundensätze sagt noch nichts über die Gesamtkosten aus. Oftmals kann es vorkommen, daß ein Anwalt mit höherem Stundensatz im Ergebnis günstiger in den Gesamtkosten ausfällt, als ein Kollege mit niedrigem Stundensatz, weil er nicht soviel Arbeitszeit abrechnet oder für die Bearbeitung tatsächlich weniger Zeit benötigt. Lassen Sie sich am besten immer vorab eine verbindliche Stundeneinschätzung geben.

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